It's Tea-Time

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Während der Tee bei den Ostfriesen zum Alltag dazugehört, ist das Teetrinken in anderen Regionen immer noch seltener. Statistisch sind es gerade einmal 258 Gramm, die der Bundesbürger pro Jahr verbraucht - also genug für etwa 28,3 Liter pro Nase und Jahr. Der statistische Ostfriese verbraucht etwa zehn Mal so viel.

Dabei geht es nicht mehr nur um schwarzen oder grünen Tee, sondern längst ist auf dem Teemarkt eine große Vielfalt zu erhalten, die von Rooibos- über Lapacho- bis hin zu Matetee reicht. Gleichzeitig erleben auch Früchte- und Kräutertees einen Boom.

Das Aroma der Teepflanze wurde der Legende nach per Zufall vom chinesischen Kaiser Chen Nung entdeckt. Er soll mit einem Becher heißem Wasser, das er zu trinken pflegte, in seinem Garten gesessen haben, als der Wind ein Blatt des Strauches in seine Tasse wehte. Dem Kaiser schmeckte das auf diese Weise gewürzte Wasser und der Tee war entdeckt.

Teetrinken ist nach Meinung von Experten nicht nur eine Möglichkeit der Flüssigkeitsversorgung, sondern auch eine Frage der Lebenseinstellung. Wer Tee bevorzugt, lebt demnach gelassener und gesundheitsbewusster als Kaffeetrinker.

Außerdem können Teetrinker auf ein nahezu unüberschaubares Angebot zurückgreifen - je nach Anbaugebiet, Erntezeit, verwendeten Blättern und Verarbeitung unterscheiden sich die Sorten. Dazu kommen Mischungen und aromatisierte Tees.

Schwarz, grün oder weiß?

Ob Tee schwarz, grün oder weiß ist, hängt nicht von der Sorte ab, sondern von der Art der Verarbeitung. Im Gegensatz zu schwarzem Tee werden die grünen und weißen Varianten nicht fermentiert.

Der Fermentationsprozess ist der wichtigste Arbeitsschritt bei der Herstellung von schwarzem Tee. Damit wird der Oxidations- und Gärungsvorgang des beim Rollen austretenden Zellsaftes beschrieben. Die Qualität des Tees hängt entscheidend von der Fermentation ab, bei der der schwarze Tee auch seine Farbe bekommt.

Außerdem werden dem Teeblatt Bitterstoffe entzogen und der Tee wird haltbar gemacht. Um ähnliches zu erreichen, wird grüner Tee nicht fermentiert, sondern gedämpft und anschließend getrocknet.

Weißer Tee ist erst seit relativ kurzer Zeit auf dem deutschen Markt erhältlich und bietet die Grundlage für einen besonders milden Aufguss. Verwendet werden nur ganz junge, noch ungeöffnete Blattknospen bestimmter Sorten, von denen jedes Blatt einzeln an der Luft trocknet.

Wichtig für den Aufguss ist frisches Wasser. Schwarztee wird mit kochendem Wasser überbrüht - ideal ist es, die erste Hälfte des Wassers eine Minute auf den Blättern ziehen zu lassen, dann den Rest nachzugießen und fünf Minuten ziehen zu lassen. So wirkt der Tee beruhigend. Wer anregenden Tee möchte, sollte bereits nach drei Minuten abseihen.

Grüner Tee sollte nicht mit kochendem, sondern leicht abgekühltem Wasser (ca. fünf bis zehn Minuten) aufgegossen und nach drei bis fünf Minuten abgeseiht werden. In China füllt man den Becher - ohne vorher die Teeblätter zu entfernen - immer wieder mit heißem Wasser auf und trinkt so lange, bis der Tee eindeutig zu dünn ist.

Kurzer Einblick in die Sortenvielfalt

Zu den beliebtesten Teesorten gehört inzwischen der Rooibos- oder auch Rotbuschtee. Eigentlich handelt es sich dabei gar nicht um eine Teepflanze, sondern um einen südafrikanischen Strauch, der dem Ginster ähnelt.

Aus Blättern und kleinen Zweigen wird die Grundlage eines koffeinfreien und bitterstoffarmen Getränks hergestellt. Rooibos liefert neben Vitaminen und Mineralstoffen auch zellschützende Flavonoide (wie auch Schwarz- und Grüntee). Vor allem Frauen sollten Rooibostee trinken, da er viel Eisen liefert.

Mate-Tee wird aus den Blättern des gleichnamigen Baums gewonnen und enthält Koffein. Er wirkt daher leicht anregend. Lange Zeit wurde vermutet, dass der Genuss von Mate-Tee beim Abnehmen hilft. Dieses konnte jedoch wissenschaftlich nicht bewiesen werden.

Für den Lapacho-Tee wird die Rinde des Lapacho-Baumes genutzt. Die Inkas sollen diesen Tee gegen eine Vielzahl von Krankheiten eingesetzt haben.

Der auch als Roter Tee bezeichnete Pu-Erh-Tee wird aus Blättern des Teestrauchs in China gewonnen. Ein besonderes Fermentationsverfahren verleiht ihm seine typische erdige, leicht rauchige Note.

Kräuter und Früchte in die Tasse

Deutlich beliebter als Schwarz- oder Grüntee sind Tees aus Kräutern und Früchten. In gut zwölf Milliarden Tassen ließen die Deutschen im vergangenen Jahr Kräuter und Früchte der verschiedensten Mischungen ziehen.

Besonders beliebt in der kalten Jahreszeit sind Aufgüsse, die nicht nur gut schmecken, sondern auch durch ihren Wohlgeruch betören: Tees mit Zimt-, Orangen- oder Pfefferminzaroma.

Yogi-Tees sind in der frostigen Jahreszeit das Richtige für alle, die schnell frieren. Das intensive Zimt-Aroma wärmt den Körper von innen. Schon eine Tasse genügt. Ingwer wärmt Körper und Seele und lässt Energien fließen. Ingwer-Tee ist im Winter einfach ein Muss.

Die Basis fast aller fruchtigen Tees bilden Hagebutten und Hibiskusblüten. Sie sorgen zum einen für eine angenehme Säure und für die rote Farbe. Inzwischen sind in der abwechslungsreichen Früchtetee-Palette jedoch fast alle Obstsorten zu finden.

Von nahezu jeder essbaren Pflanze können bekömmliche Kräutertees hergestellt werden, und jeder hat eine andere natürliche Wirkung: Einige Kräuter sollen entspannen und beruhigen, andere sind "Muntermacher", die den Kreislauf anregen.

Wichtig ist die Qualität des Tees: Arzneibuchqualität, wie sie in der Apotheke erhältlich ist, steht für Reinheit und einen immer gleichen Gehalt an wirksamen Bestandteilen im Tee. Besonders Heiltees sollten deshalb immer in der Apotheke gekauft werden.