Gut gepflegte Nägel

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Nägel bestehen aus 100 bis 150 Lagen Hornzellen, die langsam aus dem Nagelbett herauswachsen. Etwa zwei bis zweieinhalb Millimeter wächst ein Nagel pro Monat. Dabei wachsen die Fingernägel etwas schneller als die Zehennägel.

Insbesondere die Fingernägel gelten als Visitenkarte des Körpers. Veränderungen an den Nägeln können auf organische Erkrankungen oder Mangelzustände des Körpers hinweisen. So sind splitternde Nägel, die sich in Schichten aufspalten oder leicht einreißen, meist die Folge eines Biotinmangels. Kommen spröde Haare und trockene Haut dazu, liegt häufig eine Schilddrüsenstörung vor.

Weiße Flecken wurden lange Zeit mit Calciummangel oder Nierenerkrankungen in Zusammenhang gebracht. Nach neuesten Erkenntnissen sind sie jedoch lediglich die Folge kleiner Verletzungen der Nagelsubstanz.

Querrillen auf den Nägeln entstehen meist durch Zinkmangel. Aber auch Magen-Darm-Erkrankungen können der Auslöser sein. Längsrillen sind meist eine harmlose Verhornungsstörung, die mit zunehmendem Alter häufig auftritt.

Brüchige Längsrillen hingegen werden durch chronische Entzündungen wie z.B. Rheuma ausgelöst, können aber auch Zeichen für einen Calcium- oder Eisenmangel sein oder auf Infektionen im Magen-Darm-Bereich deuten.

Sogenannte Uhrglasnägel sind Nägel, die rund-oval gewölbt wie ein Uhrglas oder wulstig aufgetrieben sind. Sie können sich zudem vorn leicht umbiegen. Hervorgerufen werden sie durch chronische Bronchitis, Herz-, Nerven- oder Darmerkrankungen. Allerdings können Uhrglasnägel auch ganz harmlos sein - sie sollten jedoch auf jeden Fall vom Arzt abgecheckt werden.

Grübchen im Nagel können auf Nieren- oder Hauterkrankungen wie z.B. Schuppenflechte oder Ekzeme hinweisen. Sind die Nagelflächen abgeplattet, handelt es sich z.B. um Löffelnägel, die einen Vitamin C- oder Eisenmangel signalisieren. Allerdings kann auch eine Schilddrüsen- oder Stoffwechselstörung Löffelnägel hervorrufen.

Bläuliche Nägel, verbunden mit roten bis bläulichen Nagelmonden, signalisieren chronischen Sauerstoffmangel, verursacht durch eine Herzerkrankung. Dagegen sind gelb verfärbte oder bröckelige Nägel häufig ein Zeichen für eine Nagelpilzerkrankung.

Verfärbungen sind aber auch durch den häufigen Gebrauch von Nagellack oder durch die Einnahme von bestimmten Medikamenten, z.B. bei Herzschwäche oder bei einer Infektion mit farbstoffbildenden Bakterien möglich. Wächst die Verfärbung nicht wieder aus, sollte ein Arzt konsultiert werden.

Grundlage für schöne Nägel

Der Zustand der Nägel ist ein Ergebnis sowohl erblicher Faktoren als auch einer gesunden Lebensweise und regelmäßigen Pflege. Bei den beiden letztgenannten Punkten hat also ein Jeder verschiedene Einflussmöglichkeiten.

Die richtige Ernährung spielt für gesunde und starke Nägel eine entscheidende Rolle. Wer sich gesund und ausgewogen ernährt, braucht in der Regel keine Mangelerscheinungen zu fürchten. Wichtig sind vor allem viel frisches Obst und Gemüse sowie Milch- und Vollkornprodukte, sodass genügend Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente aufgenommen werden.

In bestimmten Fällen, wie z.B. bei krankhaften Nagelveränderungen oder Wachstumsstörungen, kann die Einnahme von Biotin, Kieselerde oder Gelatine in speziellen Präparaten aus der Apotheke den Nägeln durchaus zu Gute kommen.

Man sollte möglichst auch den häufigen Umgang mit Seifen und Spülmittel vermeiden, da diese die Nägel auslaugen, sie brüchig und spröde machen. Bei der Haus- und Gartenarbeit empfehlen sich daher Handschuhe. Wer ungern mit Gummihandschuhen arbeitet, sollte anschließend die Fingerspitzen in einer Apfelessig-Wasserlösung baden. Bei stark alkalischen Reinigungsmitteln neutralisiert Apfelessig den pH-Wert, reinigt das Nagelbett und beugt dort Entzündungen vor.

Die richtige Nagelpflege

Eine gute Nagelpflege ist sehr wichtig, trotzdem werden häufig Fehler dabei gemacht. Wer seine Nägel kürzen möchte, sollte sie vorher einige Minuten einweichen, damit sie weicher und geschmeidiger werden. Dies gilt besonders für die härteren Fußnägel.

Man sollte sowohl mit der Nagelschere als auch mit der Feile arbeiten. Fingernägel werden eher oval, Fußnägel dagegen gerade gefeilt. Der Nagel sollte an den Seiten nicht zu tief eingeschnitten werden, da er sonst in den seitlichen Nagelfalz einwachsen kann. Die Nägel nur ungefähr auf die gewünschte Länge schneiden und anschließend mit der Feile auf die endgültige Länge kürzen.

Die Feinarbeiten werden grundsätzlich mit der Feile gemacht. Mit der rauen Seite werden die Ränder geformt, mit der feinen Seite dann geglättet. Dabei immer vom Rand zur Mitte feilen. Wegen der Verletzungsgefahr sollte man Feilen mit scharfen Rändern meiden.

Da die Hände fast ständig schädigenden Einflüssen ausgesetzt sind, zu denen z.B. Sonne, Wasser, Wasch- und Reinigungsmittel sowie chemische Substanzen gehören, ist es wichtig, sie regelmäßig einzucremen, um ein Austrocknen zu verhindern. Dazu sind spezielle Nagelpflege-Präparate genauso geeignet wie herkömmliche Hand- und Hautpflegeprodukte.

Das am Nagel sitzende Nagelhäutchen sollte nur sanft mit einem geeigneten Holz- oder Wattestäbchen zurückgeschoben werden. Da es eine wichtige Schutzfunktion besitzt, darf es nicht abgeschnitten werden. Wird es verletzt, können Entzündungen entstehen. Bei einer Verletzung oder Entzündung der Nagelmatrix, der Neubildungszone des Nagels, die durch die Nagelhaut geschützt wird, kann es zu Wachstumsstörungen des Nagels kommen. Auch der Eintritt von Krankheitserregern wird durch Verletzungen begünstigt.