Welt-Psoriasistag 2018: Gemeinsam handeln

Foto: Welt-Psoriasistag

Psoriasis ist der medizinische Fachausdruck für die Hautkrankheit Schuppenflechte. Der Name kommt vom griechischen Begriff "psao", was so viel heißt wie "ich kratze" - und verdeutlicht damit eine häufige Begleiterscheinung der Krankheit.

Der deutsche Name Schuppenflechte weist hingegen auf die typischen Hauterscheinungen hin: Schuppen und entzündlich gerötete Haut. Die folgenden Merkmale sind charakteristisch für die Erkrankung:

  • rote Fleckenbildung
  • mehr oder weniger haftende, trockene und silbrig glänzende Schuppung
  • Areale sind von einem schmalen roten Saum begrenzt
  • manchmal umgibt den Randsaum eine schmale, etwas blasse Zone

Allerdings zeigt sich die Hautkrankheit in vielen, individuell sehr unterschiedlichen Formen - und ist daher oftmals auch schwierig zu diagnostizieren. Auch die Behandlung ist individuell mit dem Hautarzt abzusprechen, da viele verschiedene Faktoren zu berücksichtigen sind.

Die auslösenden Ursachen der Psoriasis sind bisher nur zum Teil erforscht. Es gilt als gesichert, dass die Anlage vererbt wird, nicht jedoch die jeweilige Ausprägung. Es müssen jedoch weitere Faktoren hinzukommen, damit die Krankheit ausbricht. Dazu zählen beispielsweise Verletzungen, Infektionskrankheiten, hormonelle Veränderungen, Stoffwechselstörungen, aber auch umweltbedingte Einflüsse oder psychische Belastungen.

Nicht heil-, aber behandelbar

Da die Veranlagung zur Entwicklung einer Psoriasis bereits im Erbgut vorhanden ist, ist die Hautkrankheit nicht heilbar. Wichtigstes Ziel der Therapie ist daher die effektive Besserung des Hautbildes, und dies vorrangig an den im Alltag sichtbaren Bereichen wie Gesicht, Hände und Kopfhaut.

Die Therapie umfasst neben einer Behandlung mit Salben oder Tabletten auch eine rückfettende Hautpflege. Bei allergisch bedingten Hauterkrankungen oder bei Neurodermitis kommt es zudem auf die Vermeidung sogenannter Triggerfaktoren an - den Auslösern für einen Krankheitsschub.

Auch diskriminierende Äußerungen können zu einer Verschlechterung des Hautbildes führen, da sie die Seele belasten. Fast ebenso wichtig wie eine vom Hautarzt beaufsichtigte Therapie der Erkrankung ist daher die seelische Stärkung der Betroffenen, ausgehend von der Aufklärung über die Krankheit, wie Experten betonen. Denn die Psoriasis ist zwar auffällig, aber eben nicht ansteckend.

Ein Trick für den Alltag: Da viele Hauterkrankungen mit massivem Juckreiz einhergehen, kann es helfen, die betreffende Stelle großflächig mit der Hand zu drücken anstatt zu kratzen. Oder aber sich zu kneifen, um den Juckreiz mit der Schmerzreaktion quasi zu übertönen.

Kampagne zum Welt-Psoriasistag

Die gemeinsamen Träger der Kampagne zum Welt-Psoriasistag sind der Deutsche Psoriasis Bund e.V., der Berufsverband der Deutschen Dermatologen und die Deutsche Dermatologische Gesellschaft. Der diesjährige Welt-Psoriasistag trägt das Motto: „Psoriasis – gemeinsam handeln“.

Auf internationaler Ebene lautet das Motto "Treat psoriasis seriously – our lives depend on it“. Organisator ist die International Federation of Psoriasis Associations (IFPA).

Am Welt-Psoriasistag informieren bundesweit Kliniken, niedergelassene Dermatologen und Selbsthilfegruppen mit Vorträgen und Veranstaltungen über aktuelle Entwicklungen in der Psoriasis-Forschung sowie über medizinische Behandlungsmöglichkeiten. Einen Überblick über die geplanten Veranstaltungen gibt es hier.

So lädt etwa die Hautklinik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf gemeinsam mit dem Deutschen Psoriasis Bund e.V. am 25.10.2018 zu einer Informationsveranstaltung für Patienten, Angehörige und Interessierte ein.

Nicht nur um Schuppenflechte, sondern um Haut insgesamt und weitere Hauterkrankungen, wie beispielsweise Acne inversa sowie Hautkrebs und Vorsorge, geht es bei den Aktionen der Selbsthilfegemeinschaft Haut e.V. anlässlich des diesjährigen Welt-Psoriasistages.

Unter der Schirmherrschaft von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn findet am 28.10.2018 das „Symposium für akut und chronisch Hauterkrankte“ in der Laeiszhalle in Hamburg statt. Die Informationsveranstaltung für Patienten, Angehörige und Interessierte ist kostenfrei. Neben Schuppenflechte wird auch über Rosazea, Neurodermitis, Juckreiz, Berufserkrankungen der Haut sowie Hautkrebs aufgeklärt. Ziel der Selbsthilfegemeinschaft Haut e.V. ist es, die Öffentlichkeit aufzuklären, Vorurteile abzubauen, falsche Ansichten zu korrigieren und der Stigmatisierung von Menschen mit Hauterkrankungen entgegenzutreten.